150 Jahre Eisenbahn in Österreich

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B0131

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Geleitwort
Im Jahr 1987 feiert die Österreichische Bundesbahn »150 Jahre Eisenbahn in Österreich«, und damit
meint man die Inbetriebnahme des ersten Teilstückes der »Kaiser-Ferdinands-Nordbahn« von Florids¬
dorf nach Deutsch-Wagram am 23. November 1837. Auf dieser 13 Kilometer langen Strecke fuhr die erste Dampfeisenbahn in Österreich. Begonnen hat der Transport von Personen und Frachten auf Schienen allerdings schon etwas früher. So konnte bereits vor einigen Jahren die 150. Wiederkehr des Jahrestages der Eröffnung der Pferdeeisenbahn Linz-Budweis (1. August 1832) gefeiert werden. Diese vor allem für den Salztransport gebaute Bahn war die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent überhaupt. Die Idee dazu stammte von Franz Josef Ritter von Gerstner, besonders dafür eingesetzt hat sich sein Sohn Franz Anton von Gerstner, Professor am Polytechnischen Institut in Wien, der auch den Bau begonnen hat.
Große Schwierigkeiten, hauptsächlich finanzieller Art, waren der Grund dafür, daß Franz Anton von Gerstner die Fertigstellung seines Projektes, das ja den eigentlichen Beginn des Eisenbahnbaues in Österreich darstelit, einem anderen überlassen mußte. Schwierigkeiten beim Bau der Eisenbahn gab es in Österreich immer. Man denke nur an die erste Gebirgsbahn überden Semmering, die von Karl Ritter von Ghega entworfen und gebautwurdeundfürdie erst während des Baues Wilhelm Engerth eine spezielle Gebirgslokomotive konstruiert hat, die Züge über diese steile Strecke überhaupt ziehen konnte. Noch heute - wo man doch an technischem Fortschritt einiges gewöhnt ist - wird man von einem Gefühl der grenzenlosen Bewunderung für die wunderbare technische Leistung des Eisenbahnbaues ergriffen, wenn man diese Gebirgsstrecke von Gloggnitz nach Mürzzuschlag befährt.
Österreich, das Land der Berge, stellt natürlich auf Grund seiner landschaftlichen Struktur die Eisenbahnbauer und Lokomotivkonstrukteure vor große Probleme, die aber immer wieder gemeistert wurden. sei das nun an der Brennerbahn, der Arlbergstrecke oder an der Tauernbahn. Lag es vielleicht ge-'ade an diesen vielen Schwierigkeiten, daß Österreich so viele gute Eisenbahningenieure hervorc -achte? Man denke nur an Karl Gölsdorf, dessen Lokomotivkonstruktionen nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf ihre Formschönheit berühmt wurden.