Taschenbuch Deutsche Reisezugwagen

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B0076

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VORWORT
Während der Vorarbeiten zu diesem neuen Band in der Taschenbuchreihe über das deutsche Eisenbahnwesen erschien es zunächst verlockend, einen umfassenden Überblick zur Entwicklung der Reisezugwagen in Deutschland zu geben. Sehr bald zeigte sich jedoch. daß die Fülle des Materials nicht im Rahmen eines Taschenbuches zu verarbeiten war. Seit der Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth, am 7. Dezember 1835. sind tausende verschiedener Typen von Reisezugwagen entstanden. Jede Bahnverwaltung ließ Fahrzeuge entwickeln, die meist nur auf die eigenen Belange, mitunter sogar nur auf bestimmte Strecken zugeschnitten waren. Allein in Preußen war die Vielzahl unterschiedlicher Wagen in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts kaum noch überschaubar. Selbst die Einführung der preußischen Normalien brachte noch nicht den erwünschten Erfolg auf dem Wege zu einer Standardisierung im Bau von Reisezugwagen. Erst nach dem Zusammenschluß der früheren Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn, am 1. April 1920, ließ sich durchdas Typenprogramm von Reisezugwagen der Einheitsbauart eine gewisse Wende erkennen. Das ständige Streben nach einer Verbesserung der Eisenbahnfahrzeuge in Technik und Ausstattung führte alsbald erneut zu einem Anwachsen der Anzahl unterschiedlicher Wagengattungen. Bereits kurze Zeit nach dem Erscheinen der ersten genieteten Fahrzeuge der Einheitsbauarten, begann sich der Leichtbau geschweißter Wagen durchzusetzen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war der Eisenbahnbetrieb in Deutschland zunächst völlig zum Erliegen gekommen. Ein großer Teil des Fahrzeugparks war zerstört, zumindest aber mehr oder weniger stark beschädigt. Unter großen Anstrengungen ging man daran, noch verwendbare Lokomotiven und Wagen instandzusetzen. An den Neubau von Fahrzeugen war zunächst noch nicht zu denken. Erst nach 1948 konnte mit den Vorbereitungen und mit der Planung für den Bau neuer Reisezugwagen begonnen werden. Im Jahr 1949 erteilte die Deutsche Bundesbahn den ersten Auftrag zur Lieferung von 14 Neubaufahrzeugen, die nach Konstruktionsunterlagen aus dem Jahr 1938 gefertigt wurden. Die ersten neuen Eilzugwagen mit einer Länge von 26.4 m erschienen im Jahr 1950 und blieben für die Entwicklung in den nachfolgenden Jahren richtungsweisend. Zahlreiche Probewagen und mehrere kleinere Bauserien neuer Fahrzeuge ließen die Zahl der Wagengattungen erneut stark anwachsen Am Ende des Jahres 1977 fuhren bei der Deutschen Bundesbahn nicht weniger als 17 142 Reisezugwagen, eingeteilt in 304 verschiedene Bauarten. Um den vorgegebenen Rahmen nicht zu sprengen. mußte nun eine repräsentative Auswahl getroffen werden. Erfaßt wurden alle von der Deutschen Bundesbahn in Dienst gestellten Bauarten, einschließlich der zahlreichen Prototypen, außerdem eine Vielzahl noch vorhandener alter Reichsbahn-Bauarten. Von letzteren wurde jenen Gattungen der Vorzug gegeben, die größere Stückzahlen erreichten, oder durch ihre Bauart für die spätere Entwicklung von besonderer Bedeutung waren. Auf artverwandte Unterbauarten konnte zugunsten einer besseren Übersichtlichkeit verzichtet werden. Bei der zu treffenden Auswahl erwies sich das in achtzehnjähriger Arbeit aufgebaute vortreffliche Waggonarchiv von J. Deppmeyer als unentbehrlich. Dadurch und durch das freundliche Entgegenkommen der deutschen Waggonfabriken, des BZA Minden, der ZTL Mainz. ZfW Mainz, des Verkehrsarchivs Nürnberg, des Bundesarchivs Koblenz und vieler Mitarbeiter der Bundesbahn-Ausbesserungswerke Neuaubing, Karlsruhe und Stuttgart-Bad Cannstatt ist es gelungen, die bislang umfassendste Dokumentation über die Reisezugwagen der Deutschen Bundesbahn zu schaffen. Allen, die zum Gelingen dieses Werkes beigetragen haben, möchte ich für die gewährte Unterstützung herzlich danken.
VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE
Seit dem Erscheinen dieses Taschenbuches „Deutsche Reisezugwagen“ haben sich im Fahrzeugpark der Deutschen Bundesbahn zahlreiche Änderungen ergeben. Viele der älteren Reisezugwagen wurden ausgemustert und verschrottet oder verkauft. Andere Wagen neuerer und bewährter Gattungen konnten nach den erforderlichen Umbauten und Verbesserungen für höhere Geschwindigkeiten zugelassen werden. In den letzten beiden Jahren erschienen aber auch neue Fahrzeuge für den Nah- und den Fernschnellverkehr. Diese Veränderungen im Wagenbestand und die durch den Umbau vollzogenen Änderungen in der Numerierung und bei den technischen Daten sind in der jetzt vorliegenden zweiten Auflage des Taschenbuches berücksichtigt. Darüber hinaus konnten bei einigen Bauartennoch fehlende Angaben nachgetragen werden.
H. J. Obermayer